Sechs Städte in sechs Tagen

Die 14. Dach-Foren der DEG Dach-Fassade-Holz eG machten traditionell Halt in den Städten Kassel, Bad Lippspringe, Hamm, Hagen, Gelsenkirchen und Mettmann.

„Trotz Sturmtief Friederike sind die Reihen gut besetzt. Wir wissen, dass Sie in diesen Tagen viel Arbeit haben. Darum freuen wir uns, dass Sie sich die Zeit nehmen und unserer Einladung folgen“, begrüßte  Vorstand Jörg Lecke Mitglieder und Kunden. Zu Beginn verkündete Lecke die ersten Zahlen, die aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 resultieren. „Wir haben im letzten Jahr erstmals die Umsatzgrenze von 240 Millionen Euro überschritten. Damit haben wir den Umsatz des Unternehmens in den letzten 20 Jahren verdoppelt“, bilanzierte der Vorstand. In den letzten Jahren schließen sich vor allem weitere Zimmerer und Holzbaufirmen der DEG an. Zum Abschluss seiner Rede unterstrich er nochmals das, worauf es der DEG ankommt: „Wir setzen unseren Wachstumskurs fort. In den letzten Jahren haben wir gute Ergebnisse erzielt, vorsichtig bilanziert und konservativ finanziert. Auf diesem Weg gelingt es uns, das Eigenkapital zu stärken“. Vorstand Andreas Hauf forderte auf in unruhigen Zeiten viel miteinander zu reden und sich intensiv auszutauschen. Vor allem das Thema Digitalisierung verunsichere viele und zeige gefährliche Tendenzen auf. Begriffe wie Dachhandwerker oder Systemverarbeiter hätten sich mittlerweile etabliert. "Darauf gibt es eine Antwort: Meine Genossenschaft“, unterstrich Hauf den Zusammenhalt.

 

Mit den anschließenden Vorträgen der Gastreferenten bot die DEG aktuelle Themen. Die Referenten von Mercedes-Benz gaben einen spannenden Einblick in die Zukunft der E-Mobilität. Am Thema arbeiten die Stuttgarter seit 20 Jahren. 2018 feiert der e-Vito seine Premiere auf dem Markt. Das Fahrzeug kommt auf eine Reichweite von 150 Kilometern. Der Akku lässt sich in sechs Stunden aufladen. „Beachten Sie die individuellen Fördermöglichkeiten. In Baden-Württemberg kann sich ein Handwerker den Kauf aktuell mit 10.000 Euro fördern lassen“, erklärte Andreas Brammann. Mit einem Drehmoment von 300 Newtonmeter macht vor allem die Anfahrt Spaß. „Die ersten 30 Meter gegen einen Porsche gehören eindeutig Ihnen“, betonte Brammann. Mit digitalen Helfern und Verbindungstechniken bietet der Fahrzeughersteller ein effizientes Flottenmanagement, Fahrstilanalysen oder die intelligente Wartung. „Demnächst wird es möglich sein, dass Sie die Heizung nach der Uhrzeit programmieren können. Sie steigen morgens ein und der Wagen ist warm“, veranschaulichte der Verkaufsmanager ein Beispiel. Wem der e-Vito zu wenig Platz bietet, der darf sich auf das nächste Jahr freuen. 2019 bringen die Schwaben den elektronischen Sprinter auf den Markt.
 
Mit dem Vortrag „Starke Dächer gegen starken Regen“ zeigten Peter Kuck und Stefan Kruska von der Firma Loro Möglichkeiten für Notentwässerungen oder die Regenrückhaltung auf dem Flachdach. „Wenn alles wärmer wird, gibt es größere Probleme mit Niederschlägen und Gewittern. Die Regenmenge bleibt zwar ungefähr gleich aber die Momentaufnahmen werden extremer“, erläuterte Kuck. Dies führt zu Situationen wie in Köln im vergangenen Jahr. Im Juli 2017 regnete es pro Stunde 49 Liter auf den Quadratmeter. U-Bahn-Stationen glichen einem Hallenbad. Mit Bildern von zusammengestürzten Baumärkten oder einer Notentwässerung, die mehreren kleineren Wasserfällen glich, sorgten die Referenten für Lacher unter den Zuhörern. Als Alternative präsentierte das Duo die geplante Regenrückhaltung auf dem Dach. Die Abläufe der Firma Loro lassen sich für die sogenannte Retention nachrüsten. Als trickreiches Tool hilft der Loro-X Online Konfigurator, mit dem sich die individuelle Dachentwässerung planen lässt.

 

Den Abschluss machte Fachanwalt Andreas Weglage, der zum neuen Baurecht referierte. Mit seiner aktiven, lockeren Vortragsart und lustigen Anekdoten zog er die Besucher trotz des theoretischen Themas in seinen Bann. „Ich kann Ihnen sagen, Politiker und Juristen setzen den Reformstau von vor zehn Jahren seit Jahresbeginn um. Wir flippern jetzt ein paar Paragraphen durch“, begrüßte Weglage seine Zuhörer. Der selbst ernannte Hippie-Anwalt machte klar, dass das Werkvertragsrecht ursprünglich für den Schuster geeignet war und fürs Bauen schon immer zu kurzgefasst war. „Mängel müssen direkt angesprochen werden dürfen und nicht erst am Ende. Einen Heizungsinstallateur, der in der ersten Etage beginnt die falschen Heizungen zu montieren, müssen sie nicht mehr bis zur 30. Etage durchkloppen“, erklärte Weglage. Für den Kündigungsfall empfahl er allen Anwesenden sich einen Bausachverständigen zu suchen, der den Leistungsstand feststellt und ausführlich dokumentiert. Weiter verwies der Experte auf die Tatsache, dass es kein gesetzliches Recht auf eine Teilabnahme gibt. Diese wird erst möglich, wenn die Parteien die Teilabnahme vorher schriftlich im Vertrag festhalten. Weglage riet beim Direktvertrieb von Produzenten oder Internetgeschäften ganz genau in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu schauen. „Passen Sie auf welche rechtliche Handhabe ihr Vertragspartner ausschließt, die Sie dagegen beim Handel gewährt bekommen. Ein günstiger Preis kann auf den ersten Blick blenden“, rief der Fachanwalt zur Vorsicht. Abschließend erläuterte er den Dachdeckern und Zimmerern, warum der Verbraucherbauvertrag auf 99,9 Prozent der Handwerker nicht zutrifft. „Im Gesetz steht eindeutig, dass es sich um ein neues Gebäude oder um erhebliche Umbaumaßnahmen handeln muss. Ich nehme an, von Ihnen baut keiner ein komplett neues Gebäude. Oder haben wir solch einen Generalunternehmer hier sitzen? Wenn ja, dann haben Sie sich im Raum geirrt“, sagte Weglage mit einem Grinsen.

Nach Ende der Vorträge lud die DEG ihre Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Bei konstruktiven Gesprächen tauschten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus.