Kein Dachdecker? – Kein Dach über dem Kopf!

 

Versammlung Münster Portal

Das Dachdeckerhandwerk hat, wie das Handwerk allgemein, Probleme Nachwuchs zu finden. Vor diesem Hintergrund trafen sich in den vergangenen Tagen im münsterländischen Havixbeck Vertreter der Dachdeckerinnungen Münster, Warendorf, Steinfurt, Coesfeld und der DEG Dach-Fassade-Holz eG. „Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen und möchten erste Ideen sammeln, um diesen Trend zu stoppen“, erklärt Jörg Welling stellvertretender Obermeister der Innung Coesfeld.

Das Dachdeckerhandwerk bietet einen abwechslungsreichen, gut bezahlten und zukunftssicheren Arbeitsplatz. Erfolg und Fortschritt sind schnell zu sehen und zum Anfassen. „Der Spruch Handwerk hat goldenen Boden hat in der heutigen Zeit weiter Bestand. Er muss zurück in die Köpfe der Leute“, sagt Bernd Friedrichs Obermeister der Dachdeckerinnung Steinfurt.

In einem ersten Schritt wollen alle Beteiligten eine mögliche Kampagne aus der Taufe heben, um Kontakte zu potentiellen Bewerbern zu bekommen. Mit gut bezahlten Ferienjobs will das Dachdeckerhandwerk auf sich aufmerksam machen. „Mit einer aktiven Ansprache an Schulen verfolgen wir frühzeitige Kontakte. Die Schüler haben die Chance den Beruf des Dachdeckers kennenzulernen und verdienen gleichzeitig ihr eigenes Geld. So kann aus  dem Kontakt eines Ferienjobs vielleicht ein Ausbildungsplatz werden“, veranschaulicht Bastian Kleinwechter, Vorstandsmitglied der Dachdeckerinnung Münster, die Idee. Zusätzlich soll das Handwerk in Gesprächen mit den Lehrern wieder vermehrt in den Fokus gerückt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, tauschten die Teilnehmer weitere Ideen aus. Dazu gehören u.a. Themen wie ein Imagefilme, Pressekontakte und Kooperationen mit den Ämtern, den Handwerkskammern und dem „Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)“.

Wie das geht, das macht die „Ausbildungsinitiative der Gesellschaft zur Förderung des westfälischen Dachdeckerhandwerks“ vor. Unter dem Motto „Jump in your job“ wird die Ausbildung als Dachdecker an Schulen, auf Berufsmessen und in den Stadthallen vorgestellt. Außerdem präsentiert sich die Initiative in den sozialen Medien nah an den jungen Leuten.

„Wir haben erkannt, dass einzelne Mitglieder der Innungen in Sachen Nachwuchsproblematik verschiedene Sachen versuchen. Daher ist es gut, dass wir uns zukünftig gemeinsam an einen Tisch setzen“, blickt Marco Klaßen voraus.